Q & A: Helga – Message in a Bottle

Q & A: Helga – Message in a Bottle

Unlängst irgendwo. Bobostan. Ein Lokal. Zwei Hippster. Bärtig. Bebrillt. Tätowiert. Vor ihnen: Eine Flasche. Grün. Beschriftung vorne: „Helga“ – Dahinter schaut ein Frauenkopf durchs Glas.

 

Q: was, herr r, ist „helga„?

A: irgendsoein lifestyle-health-drink. bobo-zeugs.

Q: und was kann der?

A: weltfrieden schaffen, wale retten, donald trumps frisur hinkriegen…

Q: und in echt?

A: naja irgendwas mit algen und detox und so.

Q: und das ist super?

helga

©Tom Rottenberg

A: kommt drauf an, wer wen fragt – und was man hören will.

Q: will heißen?

A: wer was dagegen sagt, legt sich mit der vereinten lifestylbloggeria und dem normierten individualismus an – wollen wir das?

Q: hm. dann frage ich anders: wie schmeckt helga?

A: interessant. eigen. anders.

Q: sie weichen aus.

A: na und?

Q: das ist feig.

helga

©Tom Rottenberg

A: das ist helga!

Q: also wonach schmeckt es?

A: nach alge. steht ja drauf. alge in kohlensärue eingelegt.

Q: lassen sie mal riechen.

A: hier …

Q: riecht nach alge. nach hafen. nach brackig.

A: pssst!

Q: lassen sie mich mal kosten …

A: wenn sie wollen …

Q: hm. schmeckt wie …

A: ja?

Q: wie …

A: ja?

Q: jetzt hab ichs: schmeckt wie es riecht.

A: wie originell.

Q: und wie urlaub: so, wie wenn man am neusiedlersee vom boot fält – und ein paar schluck neusiedlersee trinkt.

A: stimmt eigentlich.

Q: und darauf fahren die leute ab?

A: offensichtlich.

Q: muss man das verstehen?

A: nö – aber die leute glauben ja auch, dass ihnen red bull schmeckt.

Q: auch wieder wahr…

undsoweiterundsofort

helga

©Tom Rottenberg

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